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KULTURNEWS

Januar 2012

30
JANUAR
von Thüringer Theaterverband
am 30.01.2012

ERSTE VERÖFFENTLICHUNG ZUM APPELL DER LANDESVERBÄNDE IN THÜRINGEN

Zu Beginn des Jahres sah es noch einigermaßen gut aus bei den Finanzen für das „Theater am Markt“ (TAM), nun hat sich das Blatt gewendet und das Land verhängte eine Haushaltssperre für die Projektförderung im Kulturbereich. Zwanzig Prozent der zugesagten Zuschüsse sind vorerst eingefroren. Betroffen davon sind die gesamten Thüringer soziokulturellen Zentren, Kulturinitiativen und die freie Theaterszene. So auch das Eisenacher „Theater am Markt“. „Bleibt diese Sperre erhalten, können wir nur bis Oktober spielen. Dann wäre Schluss“, kommentiert Timo Bamberger, Leiter vom TAM, die Situation. Er hofft aber, dass das Geld doch noch ausgezahlt wird. Inzwischen forderten Thüringer Theaterverband, die Landesarbeitsgemeinschaft Spiel und Theater sowie die Landesarbeitsgemeinschaft Soziokultur Thüringen den Finanzminister Wolfgang Voß auf, die angekündigten Gespräche mit dem Kultusminister Christoph Matschie zu führen, damit die Kürzungen möglichst rasch zurückgenommen werden. … WEITERLESEN

[Quelle: Thüringer Allgemeine / 28.01.2012 von Heiko Kleinschmidt ]



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27
JANUAR
von Thüringer Theaterverband
am 27.01.2012

EMPÖRT EUCH! NEUIGKEITEN ZUR KLEINEN HAUSHALTSSPERRE

"Neues schaffen heißt Widerstand leisten, Widerstand leisten heißt neues schaffen”(Stephane Hessel, “Empört Euch” Ullstein Verlag 2011). Die Kollegen vom Theater am Markt haben (in diesem Falle zu unser aller Sorge) prophetische Fähigkeiten in der Wahl ihres Spielzeitmottos gezeigt, denn wie besser ließe sich beschreiben, was die Entwicklungen in Thüringen meint und verheerende Konsequenzen hat und gleichsam nach ihnen verlangt: ®evolution!

In Verbindung mit unserem Appell an Politik und Öffentlichkeit rufen wir auf zu kreativem Ungehorsam und öffentlichkeitswirksamen Maßnahmen und Aktionen der freien Theater- und Kulturszene in Thüringen. Mit dem morgigen Samstag beginnend, möchten wir unseren Worten, Taten folgen lassen und aufzeigen, welches die großen Folgen der "kleinen Haushaltssperre" für unsere Situation und Arbeit in Thüringen sind. Wie dies bereits heute u.a. die Kollegen vom Theater am Markt tun, sieht man HIER

Nachfolgend der aktuelle Stand der Empörung, der sich auch von anderer engagierter Seite in Thüringen öffentlich formiert:

Diakonie-Chef greift Voß wegen kleiner Haushaltssperre an - ZUM ARTIKEL [Quelle: Thüringer Allgemeine]
Haushalt 2012: Kleine Etatsperre steht in der Kritik - ZUM ARTIKEL [Quelle: Thüringer Landeszeitung]
Bundesvereinigung Soziokulturelle Zentren unterstützt unseren Appell HIER


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26
JANUAR
von LAG Spiel und Theater Thüringen
am 26.01.2012

194 VERANSTALTUNGEN MIT 15.385 BESUCHERN IM JAHR 2011! WO?

Beim 3K-Kunst, Kultur und Kommunikation e.V. Mühlhausen.

In der Ausgabe der Thüringer Allgemeinen vom 25.01.2012 wurde die Statistik des 3K veröffentlicht.

Zum Publikumsliebling 2011 avancierte dabei "Pinguine können keinen Käsekuchen backen".

Alle Zahlen sind im Anhang nachzulesen.



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25
JANUAR
von Thüringer Theaterverband
am 25.01.2012

APPELL DER THÜRINGER LANDESVERBÄNDE ZUR KLEINEN HAUSHALTSSPERRE

THÜRINGEN. 25.01.2012 /// Der Thüringer Theaterverband e.V., die Landesarbeitsgemeinschaft Spiel und Theater in Thüringen e.V. und die Landesarbeitsgemeinschaft Soziokultur Thüringen e.V. fordern den Finanzminister Wolfgang Voß auf, rasch die avisierten Gespräche mit dem Kultusminister Christoph Matschie zu führen und die Kürzungsauflagen der kleine Haushaltssperre für Projektförderung im Kulturbereich zurück zu nehmen.

Unsere Landesverbände vertreten gemeinsam über 80 Einrichtungen und Initiativen mit über 3.500 Mitgliedern und etwa 2.000 ehrenamtlichen Helfern in Thüringen. In diesen soziokulturellen Zentren und Bühnen werden jährlich 4.300 Veranstaltungen für knapp 560.000 Besucher geboten. Es werden zudem jährlich über 1.600 Projekte und aktive Angebote für über 20.000 Kinder, Jugendliche und andere Generationen zur kulturellen Bildung und Teilhabe geschaffen.
Soziokulturelle Zentren und Kulturinitiativen sowie die freie Theaterszene repräsentieren einen wesentlichen Teil der kulturellen Vielfalt in Thüringen. Sie sind Orte der kulturellen und künstlerischen Bildung sowie aktiver Teilhabe für gesellschaftliches Engagement. Säulen der Arbeit sind dabei die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen, aber auch mit Senioren und vor allem das Umsetzen generationsübergreifender Konzepte.

Bleibt die verhängte Bewirtschaftungsreserve von 20 Prozent bestehen, kommt es in den Bereichen der Breiten- und Soziokultur sowie der freien Theaterszene zu gravierenden Einschnitten, die letztlich nicht allein geplante Projekte, sondern vielmehr die Kontinuität der Angebote für engagierte Kinder, Jugendliche und Bürger, wie auch für benachteiligte Schichten in der Bevölkerung gefährden. Dies ist kulturpolitisch und gesellschaftlich ein katastrophales Signal, dessen Auswirkung für die freie Kulturszene und das bürgerschaftliche Engagement in Thüringen verheerend ist. Die Kürzung führt zur Existenzgefährdung von über 80 soziokulturellen Zentren, Bühnen und Kulturprojekten
in ganz Thüringen.

Nachdem insbesondere der breiten- und soziokulturelle Bereich seit mehreren Jahren substantielle Einschnitte erfahren hat, ist die Arbeitsfähigkeit von unzähligen Einrichtungen bei einer so eklatanten Kürzung nicht länger sichergestellt.

Die kleine Haushaltssperre bringt tiefe strukturelle Einschnitte mit sich, da es in den Einrichtungen und bei den Projektträgern keine Ressourcen gibt, mit denen eine solche Kürzung abgefangen werden kann. Selbst wenn im Laufe des Jahres die Gelder freigegeben werden, hilft das wenig, da die aktuelle und kontinuierliche Handlungsfähigkeit der Einrichtungen bedroht ist. Die Einrichtungen und Vereine brauchen Planungssicherheit.

Die im Zuge der Erarbeitung des Thüringer Kulturkonzeptes deutlich formulierte Bedeutung der kulturellen Bildung, der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen sowie der sozialen und bürgerschaftlichen Initiativen für Thüringen wird mit dieser Entscheidung des Finanzministers deutlich negiert. Die in diesem Sinne aktive, freie kulturelle Szene sieht ihr bürgernahes, soziales und freiwilliges Engagement bedroht.

Auch die besondere Bedeutung des ehrenamtlichen Engagements, welches kulturpolitisch längst erkannt ist, wird dadurch gravierend beschädigt. Die wichtige Rolle unserer Einrichtungen für ehrenamtliches und freiwilliges Engagement in Thüringen (bei über 2000 ehrenamtlich Aktiven und über 550.000 geleisteten Ehrenamtsstunden jährlich) wird somit gleichermaßen negiert. Kulturelles, ehrenamtliches Engagement braucht hauptamtliche Führung und eine finanzielle Absicherung. Dazu gibt es keine Alternative, weitere Einschnitte sind nicht zu verkraften.

Wir sehen hierzu dringenden Klärungsbedarf und fordern den Finanzminister Wolfgang Voß auf, die beabsichtigten Gespräche mit dem Kultusminister Christoph Matschie schnellstmöglich zu führen und die Kürzungsauflagen, insbesondere für die Projektförderung der kulturellen freien Szene zurück zu nehmen. Weiterhin erhoffen wir uns eine deutliche Unterstützung und Positionierung des Thüringer Landesparlaments.

gez. Kathrin Schremb (stellv. Vorsitzende Thüringer Theaterverband)
gez. Doreen Kneisel (Vorsitzende LAG Spiel und Theater Thüringen)
gez. Christoph Goelitz (Vorsitzender LAG Soziokultur Thüringen)


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24
JANUAR
von Thüringer Theaterverband
am 24.01.2012

FINANZMINISTER VOß VERTEIDIGT KLEINE HAUSHALTSSPERRE

Bewirtschaftungsreserve, kleine Haushaltsperre oder Kürzung der Fördermittel - wie man die Maßnahme auch nennen mag und wohin diese Maßnahme letztlich gipfelt - die Bedrohung für die Arbeit in der freien Theaterszene ist konkret.

THÜRINGEN. Wolfgang Voß hält an der kleinen Haushaltssperre fest, sendet aber vorsichtige Kompromiss-Signale.

Die Aufregung hat sich gelegt, zumindest etwas. Zwar verschickte die Linke am Donnerstag noch eine protesthaltige Mitteilung. Dazu verlautbarte die SPD, dass die Angelegenheit „sehr unglücklich“ verlaufen sei. Aber der parlamentarische Auftritt von Finanzminister Wolfgang Voß (CDU) in der Sitzung des Haushaltsausschusses besänftigte die Abgeordneten einigermaßen. „So, wie es jetzt gemacht werden soll, könnte es in Ordnung gehen“, sagte der SPD-Finanzexperte Werner Pidde . Auch die Kritik der Linke-Abgeordnete Birgit Keller klang nur noch formal. Das Verhalten von Voß, sagte sie, führe zu „Unruhe und Vertrauensverlust“. Der Grund für diese tatsächlich spürbare Unruhe ist eine Verordnung, die Voß sehr still zwischen Weihnachten und Neujahr erlassen hatte. Mit einer sogenannten Bewirtschaftungsreserve fror er nur zwei Wochen nach Verabschiedung des Landesetats etwa 20 Prozent der „frei verfügbaren Mittel“ in allen Ministerien ein. Diese Reserve wird oft kleine Haushaltssperre genannt. Klein ist sie deshalb, weil es nur um jene Gelder geht, die nicht durch Gesetze oder Programme gebunden sind. Insgesamt handelt es sich dabei um 300 Millionen Euro – womit also Voß etwa 60 Millionen Euro an Ausgaben gesperrt hat. Sie fehlten überall dort, wo die freien Mittel verplant sind, in den Frauenhäusern etwa, der Straffälligenhilfe oder bei Investitionen.

WEITERLESEN [Quelle: Thüringer Allgemeine / Martin Debes 20.01.2012 ]



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20
JANUAR
von Thüringer Theaterverband
am 20.01.2012

BDAT LÄDT ZU EUROPÄISCHEM KINDERTHEATERTREFFEN

BDAT. Der Bund Deutscher Amateurtheater e.V. (BDAT) lädt in Zusammenarbeit mit der Europäischen Theaterorganisation EDERED (European Drama Encounters) Kinder im Alter von 12 bis 14 Jahren zur Teilnahme an einem europäischen Theatertreffen in Seferihisar in die Türkei ein. Das Treffen findet statt vom 6.-20. Juli 2012 in einer Internatsschule ganz in der Nähe der Mittelmeerküste mit ihren schönen Stränden und zahlreichen Sehenswürdigkeiten.

Im Vordergrund des diesjährigen Treffens steht die gemeinsame Theaterarbeit zum Thema „Langsamkeit“. In verschiedenen Theater-, Tanz- und Musikwerkstätten haben die Kinder aus 16 Nationen die Möglichkeit, andere Kulturen und Sprachen kennen zu lernen, sowie Gemeinsamkeiten zu entdecken und die Vielfalt der europäischen Kulturen zu erforschen. Den Abschluss dieser 14-tägigen Werkstatt bildet eine öffentliche Aufführung in der Stadt, bei der die Kinder die Ergebnisse ihrer intensiven Werkstattarbeit präsentieren.

Wie bei zahlreichen vergangenen europäischen Kindertheatertreffen auch, werden aus Deutschland vier Mädchen und vier Jungen eingeladen, die bereits Theatererfahrungen haben und über englische Sprachkenntnisse verfügen. Die gemeinsame Arbeitssprache ist Englisch. Die nach dem Bewerbungsverfahren vom BDAT ausgesuchten Teilnehmer und Teilnehmerinnen treffen sich vom 4.-5. Juli zu einem gemeinsamen Vorbereitungstreffen in Lingen (Ems). Die anteiligen Kosten (einschl. Flugreise, Unterkunft und Verpflegung, Versicherung sowie Workshop- und Freizeitprogramm) betragen 250,- € pro Teilnehmer.

Bewerbungen sind bis zum 27. Februar 2012 zu richten an den Bund Deutscher Amateurtheater.e.V., Postfach 1406, 49784 Lingen (Ems), e-mail: bdat-lingen@t-online.de.

Das Projekt wird gefördert durch den BDAT aus Mitteln des Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien und des Auswärtigen Amtes.

Weitere Informationen: HIER



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19
JANUAR
von LAG Spiel und Theater Thüringen
am 19.01.2012

KULTUR IST DER SPIELRAUM DER FREIHEIT - FACHTAG

Die Evangelische Kirche in Mitteldeutschland veranstaltet am 24.03.2012 in Erfurt einen Fachtag zum Thema "Kirche und Kultur im ländlichen Raum"

Ausschreibung und Anmeldung



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19
JANUAR
von Thüringer Theaterverband
am 19.01.2012

KLEINE HAUSHALTSPERRE IN THÜRINGEN = 20% WENIGER LANDESMITTEL!?

THÜRINGEN. Zwischen Weihnachten und Neujahr, als die Landespolitik wie alle Welt im Urlaub weilte, erließ der Finanzminister eine Verwaltungsvorschrift. Danach sind alle Ressorts angehalten, in diesem Jahr nur 80 Prozent ihrer im Etat eingeplanten Gelder auszugeben. Die restlichen 20 Prozent bilden die sogenannte Bewirtschaftungsreserve, die Wolfgang Voß (CDU) erst einmal einbehalten will.

Die Maßnahme, gerne auch als kleine Haushaltssperre bezeichnet, betrifft aber nur einen Teil der Ausgaben. Sie gelte nicht für "Rechtsverpflichtungen, Gelder für die Hochschulen, Kofinanzierungen von Bundes- oder EU-Programmen sowie institutionelle Zuwendungen", teilte das Ministerium auf Anfrage mit. ... WEITERLESEN [Quelle: Thüringer Allgemeine 12.01.2012 ]

... wen betrifft diese kleine Haushaltsperre letztlich? Eine verbindliche Antwort hierzu kann nur das Land Thüringen oder das Landesparlament geben. Wir können lediglich diagnostizieren, dass es folglich "die Anderen" trifft, also gilt dies u.a. auch für die Projektmittel des Landes im Bereich Breiten- und Soziokultur sowie für den Etat der Projektmittel der Freien Theater und weiterer freiwilligen Leistungen des Landes im kulturellen Bereich. Diese kleine Haushaltssperre sorgt - ob nun als vorläufige Bedrohung oder als endgültige Kürzung - für ein katastrophales Signal an das freie soziale und kulturelle Engagement in Thüringen. Die Auswirkungen auf die Arbeit der gesamten freien Theaterszene, für die Kinder- und Jugendtheaterensembles, Amateure und freie Theatergruppen ist verheerend. Die ohnehin stetige Planungsunsicherheit wird weiter verstärkt. Die zu Beginn jeden Jahres dringend auf die Fördermittelbescheide wartenden Einrichtungen, harren nun nicht allein auf die immer später eingehenden Bescheide der Kommunen sondern jetzt auch noch auf gekürzte Zuwendungen des Landes. Zu Beginn des Jahres scheint damit eine finanzielle Handungsunfähigkeit erreicht. Die dünne Finanzierungsdecke in der freien Szene wird letztlich nur noch als Hauch einer "Decke" zu verbleiben. Geplante Projekte und kontinuierliche Angebote für engagierte Kinder, Jugendliche und Bürger sind bei schwebender 20% - Kürzung nicht mehr realisierbar und massiv bedroht. ... [mb]

Kritik wird derzeit von verschiedener Seite formuliert:

Die SPD kritisiert gemeinsam mit der Opposition die 20-prozentige Bewirtschaftungsreserve für alle freien Ausgaben. Die SPD schickte ihre Fraktionsvizechefin Birgit Pelke vor, die von einem "massiven Eingriff in das Budgetrecht des Parlamentes" sprach. Es gebe "Zweifel am Politikverständnis und an der Glaubwürdigkeit des Ministers". Laut Pelke müssten als Folge bis zu fünf Frauenhäuser in Thüringen schließen, auch würden die Zuschüsse für das Studentenwerk und für die Förderung von Schülern mit Migrationshintergrund stark sinken. Zudem sei zum Beispiel die Straffälligenhilfe betroffen. [Quelle: www.spd-thl.de ]

Die Thüringer Sozialverbände sind irritiert über die so genannte Bewirtschaftungsreserve des Thüringer Finanzministeriums, nach der den einzelnen Ministerien rund 20 Prozent ihrer Ausgaben vorerst gesperrt werden sollen. „Gerade erst wurde der Haushalt für das Jahr 2012 beschlossen, nun wird die Planungssicherheit schon wieder in Frage gestellt“, sagt Ulf Grießmann, Vorsitzender der LIGA der Freien Wohlfahrtspflege in Thüringen. Die Träger sehen dabei vor allem die Arbeit der Familienberatungsstellen und Frauenhäuser gefährdet, die direkt von den Zahlungen des Landes abhängig sind. „Wenn es wirklich so kommt, haben wir nicht viele Möglichkeiten“, sagt Grießmann. „So, wie die Informationen sich heute darstellen, würde das bedeuten, dass wir die Beratungstätigkeit in Thüringen Ende September einstellen müssen.“ Als freiwillige Leistung des Landes würden sie immer wieder in Frage gestellt, führt der LIGA-Vorsitzende aus. „Das Netz der Beratungsstellen wurde in den letzten Jahren bereits massiv ausgedünnt“, sagt Grießmann. Die aktuelle Debatte um die Sperrung von Landesmitteln trage nicht dazu bei, das Angebot in Zukunft zu stabilisieren.

[Quelle: www.wohlfahrtintern.de ]

Eisner warnt vor Kürzungen bei freiwilligen sozialen Leistungen Erfurt. An Platz eins und zwei rangieren: "Frauen sollen für gleiche und gleichwertige Arbeit gleichen Lohn wie Männer bekommen" sowie "Unterstützung und Schutz von Frauen, wenn sie Opfer von Gewalt werden". Diese Prioritäten würden ganz offensichtlich von Thüringens Finanzminister Wolfgang Voß (CDU) unterlaufen, sagt Eisner, die Vorsitzende des Landesfrauenrates ist. Grund ist das Vorhaben von Voß, eine Bewirtschaftungsreserve von 20 Prozent auf nicht gesetzlich gebundene Gelder im Landeshaushalt zu verhängen. Von diesen Kürzungen seien nicht zuletzt Frauenhäuser betroffen und dort arbeiteten Frauen, die anschließend, wenn überhaupt noch, höchstens schlechter bezahlt würden. Und vor allem gehe es hier ja um Anlaufstellen für Frauen, die in Not seien und Schutz vor den Prügelattacken ihrer Männer suchten. "Sollte Herr Voß sich mit diesem Vorhaben durchsetzen können, wird das gemeinsam geknüpfte und gut funktionierende Frauennetzwerk in Thüringen reißen", sagt Eisner besorgt. ... WEITERLESEN [ Quelle: Thüringer Landeszeitung / 18.01.2012 ]

Heftige Kritik an Voß' kleiner Haushaltssperre Erfurt (dapd-lth). Die von Finanzminister Wolfgang Voß (CDU) erlassene sogenannte Bewirtschaftungsgrenze stößt auf heftige Kritik der anderen Parteien. Der Koalitionspartner SPD sprach am Mittwoch von einer Missachtung der Etathoheit des Landtags. Für die Linke ist der Vorgang 'vollkommen inakzeptabel'. Sie forderte ein Machtwort von Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht (CDU). Die Grünen werteten den Schritt als Attacke gegen die SPD-geführten Sozial- und Bildungsministerien. Voß hatte laut SPD am 28. Dezember 2011 per Erlass eine sofort wirkende Bewirtschaftungsreserve in Höhe von 20 Prozent aller ungebundenen Haushaltstitel dieses Jahres verordnet. In der Folge werden nur etwa 80 Prozent der frei verfügbaren Mittel an die Ministerien weitergereicht. [Quelle: www.ad-hoc-news.de ]



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19
JANUAR
von LAG Spiel und Theater Thüringen
am 19.01.2012

KULTUR GUT STÄRKEN - AUFRUF ZUM BUNDESWEITEN AKTIONSTAG

Am 21. Mai und dem vorausgehenden Wochenende (18.-20. Mai) wird der zweite bundesweite Aktionstag "Kultur gut stärken" stattfinden. Unter dem diesjährigen Motto "Wert der Kreativität" werden die schöpferischen Leistungen von
Kunst- und Kulturschaffenden in den Mittelpunkt des Aktionstages gerückt.

Den Veranstaltungs- und Mitmachmöglichkeiten im Rahmen des Aktionstages sind kaum Grenzen gesetzt. Möglich sind eigens für diesen Tag geplante Veranstaltungen, Lesungen, Tage der offenen Tür und vieles andere mehr. Bereits geplante Veranstaltungen können zudem unter das Motto des Aktionstages gestellt werden.

Künstlerinnen und Künstler, Bibliotheken, soziokulturelle Zentren, Museen, Künstlerzusammenschlüsse, Theater, Opernhäuser und alle, die dem Kulturbereich verbunden sind, sind aufgefordert zur Teilnahme am bundesweiten Aktionstag am 21. Mai.

Der Geschäftsführer des Deutschen Kulturrates, Olaf Zimmermann, sagte: "Das Thema "Wert der Kreativität" ist aktueller denn je. Kulturelle Vielfalt ist keine Selbstverständlichkeit. Kulturelle Vielfalt kann nur entstehen, wenn der
ideelle und materielle Wert künstlerischen Arbeit anerkannt wird. Wir brauchen eine neue Anerkennungskultur, was künstlerische und kreative Leistungen gerade im Netz anbelangt. Ich würde mich freuen, wenn zusätzlich zu den Ausstellungen und Veranstaltungen zum Aktionstag eine breite Diskussion über Fragen des Urheberrechts, der kulturellen Bildung und der sozialen Lage von Künstlern entfacht würde. Ich bin mir sicher, dass das Thema "Wert der
Kreativität" den Nerv der Zeit trifft."

• Ab sofort ist der Veranstaltungskalender des Aktionstages freigeschaltet. Hier können alle Teilnehmer ihre Veranstaltungen zum Aktionstage selbständig eintragen.

Aktuelle Informationen zum Aktionstag finden Sie unter http://kulturstimmen.de/aktionstag/.

Zum Aktionstagskalender gelangen Sie hier: http://kulturstimmen.de/kalender/

Quelle: PM des Deutschen Kulturrats 18.01.2012



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17
JANUAR
von Thüringer Theaterverband
am 17.01.2012

CALL FOR MEMBERS – INSGESAMT 200.000,- € FÜR WETTBEWERB DER VEREINE IN DEN NEUEN BUNDESLÄNDERN!

KULTURSTIFTUNG DES BUNDES. mit dem Wettbewerb „Call for Members“ ruft die Kulturstiftung des Bundes Kunst- und Kulturvereine in Thüringen, Sachsen, Brandenburg, Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern dazu auf, für ein halbes Jahr einen Fokus der Vereinsarbeit auf die offensive Werbung neuer Mitglieder zu richten.

Der Wettbewerb wurde im „Fonds zur Stärkung des bürgerschaftlichen Engagements für die Kultur in den neuen Bundesländern“ (Fonds Neue Länder) initiiert, mit dem die Stiftung seit 2002 Initiativen in Ostdeutschland fördert, die sich auf lokaler und regionaler Ebene kulturell engagieren. Ziel des Fonds, in dem bislang über 140 Einrichtungen und Projekte gefördert wurden, ist die strukturelle Weiterentwicklung und Professionalisierung der Kulturarbeit in den neuen Bundesländern.

Aktive Unterstützer bilden das Rückgrat jedes Vereins. Ihre Ideen und ihre Zeit, ihre Mitgliedsbeiträge und ihr tatkräftiger Einsatz ermöglichen häufig erst die vielfältige Arbeit eines Kunst- oder Kulturvereins. Umso schöner, wenn man Aufgaben auf möglichst viele Schultern verteilen kann und eine wachsende Anzahl an Beitragszahlern die Ziele des Vereins finanziell unterstützt. In diesem Sinne gilt: Je mehr Mitglieder, desto besser.
Trotzdem bleibt die Anwerbung neuer Vereinsmitglieder oft zwischen anderen Aufgaben wie Veranstaltungsorganisation, Programmplanung und Jahresabschluss liegen. „Call for Members“ schafft Anreize, das zu ändern: Für jedes neue Vereinsmitglied packen wir 100 Euro oben drauf!

Unter den teilnehmenden Vereinen aus Thüringen, Sachsen, Brandenburg, Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern werden in zwei Wettbewerbskategorien diejenigen ausgezeichnet, denen es in der Laufzeit vom 16. März bis 31. August 2012 gelingt, die meisten neuen zahlenden Mitglieder zu gewinnen. Insgesamt 200.000 Euro werden von der Kulturstiftung des Bundes für die Prämierung der erfolgreichsten Wettbewerber bereitgestellt.

Vereine, die am Wettbewerb teilnehmen, können so doppelt profitieren: Neue Mitglieder beleben Verein und Vereinskasse. Überdies kann, wer zu den Gewinnern zählt, mit Förderprämien zwischen 1.000 und 10.000 Euro den finanziellen Spielraum seines Vereins in den kommenden beiden Jahren erweitern. Zusätzlich zum Hauptwettbewerb können sich mehrere Vereine auch zu einer Wettbewerbskooperation zusammenschließen und gemeinsam zum Sonderpreis Kooperation antreten. Hier winken Förderprämien zwischen 4.000 und 10.000 Euro für ein gemeinsam zu realisierendes künstlerisch-kulturelles Projekt.

Wir freuen uns, wenn Sie mehr werden und mit Ihrem Verein am Wettbewerb teilnehmen. Für weiterführende Informationen besuchen Sie die Webseite von „Call for Members“, hier können Sie sich ab dem 26. Januar 2012 online zum Wettbewerb anmelden. Anmeldeschluss ist der 9. März 2012!

Weitere Informationen zum Wettbewerb finden Sie in diesem Infobrief und unter www.call-for-members.de.

[Quelle: Presseinformation Kulturstiftung des Bundes / 17.01.2012 ]



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17
JANUAR
von Thüringer Theaterverband
am 17.01.2012

FUSION IN SACHSEN / LAG DARSTELLENDES SPIEL + LANDESVERBAND AMATEURTHEATER SACHSEN

ZUSAMMENSCHLUSS IN SACHSEN. Mit dem 1. Januar 2012 schlossen sich die LAG Darstellendes Spiel e. V. und der Landesverband Amateurtheater Sachsen e. V.  unter dem Namen „Landesverband Amateurtheater Sachsen e. V.“ zusammen.
Nachdem beide sächsischen Vereine 11 Jahre getrennte Wege beschritten haben, werden sie künftig unter einem gemeinsamen Dach arbeiten  und ihre Kräfte für die Pflege, Förderung und Weiterentwicklung des nichtprofessionellen Theaters im Freistaat einsetzen. Damit existiert auf Landesebene im Freistaat Sachsen im Bereich des nichtprofessionellen Theaters nur noch ein Ansprechpartner.

Die seit über 20 Jahren bestehende Landesarbeitsgemeinschaft Darstellendes Spiel Sachsen löst ihren Verein auf und setzt seit 1. Januar 2012 im Rahmen einer neu geschaffenen Arbeitsgruppe „Darstellendes Spiel“ ihre Arbeit fort. Durch den Zusammenschluss erhoffen sich beide Organisationen eine Stärkung des Kinder-, Jugend- und Schultheaters in Sachsen. Die gemeinsamen Potenzen sollen für einen kontinuierlichen Ausbau dieses Bereiches des nichtprofessionellen Theaters genutzt werden, um insbesondere dort die Theaterarbeit weiterzuentwickeln, Grundlagen in der Ausbildung zu schaffen und auch einen besseren Übergang zum Amateurtheater zu ermöglichen. Speziell die Herausforderungen der kulturellen Bildung im Freistaat Sachsen verlangen eine stärkere Kooperation aller vorhandenen Kräfte. Das vom LATS 2009 vorgelegte Grundsatzpapier zur kulturellen Bildung wird deshalb Ausgangspunkt für die Arbeit der neuen LATS-Arbeitsgruppe „Darstellendes Spiel“ sein.
Die Arbeitsgruppe „Darstellendes Spiel“ wird 2012 neben der zweijährigen Grundausbildung zum Spielleiter auch die bisherigen LATS-Werkstätten „Gruppenbezogene Weiterbildung“ und „Spielleitung“ übernehmen. Für 2013 ist zudem geplant, das traditionelle Landesschülertheatertreffen wieder durchzuführen.Die fünfköpfige Arbeitsgruppe setzt sich sowohl aus Mitgliedern der ehemaligen LAG Darstellendes Spiel Sachsen als auch aus Mitgliedern des Landesverbandes Amateurtheater zusammen und wird von Gabriele Bocek (Mondstaubtheater Zwickau) geleitet.

Weitere Informationen können in der Geschäftsstelle abgefragt oder auf unserer Internetseite www.amateurtheater-sachsen.de eingesehen werden.

[Quelle:Presseinformation Landesverband Amateurtheater Sachsen / 14.01.2012 ]



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13
JANUAR
von Thüringer Theaterverband
am 13.01.2012

NOCH BIS ZUM 31.01. BEWERBEN! ZUM DEUTSCHEN KINDER-THEATER-FEST

RUDOLSTADT. ist Gastgeber für das 5. Deutsche Kinder-Theater-Fest. Unter dem Motto „Stürmt ins Leben wild hinaus“ veranstaltet der Bund Deutscher Amateurtheater in Zusammenarbeit mit der Ständigen Konferenz „Kinder spielen Theater“ und dem Thüringer Theaterverband vom 14. bis 17. Juni das fünfte Festival dieser Art. Eingeladen werden sechs bis acht Kindertheatergruppen aus Deutschland und dem deutschsprachigen Raum, deren Darsteller zwischen sechs und zwölf Jahre alt sind. Kindertheaterproduktionen aus allen Sparten, zum Beispiel auch Tanz- und Musiktheater, Puppen- und Figurentheater, sind willkommen.

Die teilnehmenden Gruppen werden von einer Fachjury ausgewählt. Einsendeschluss für Bewerbungen ist der 31. Januar 2012.

BEWERBUNG: www.bdat.info 



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11
JANUAR
von Thüringer Theaterverband
am 11.01.2012

AUSSCHREIBUNG: NEUE STÜCKE FÜR DAS KINDERTHEATER

NAH DRAN! Autorinnen, Autoren und Theater sind aufgefordert, sich ab sofort gemeinsam zu bewerben mit einer Stückidee, die für das professionelle Kindertheater geschrieben und zur Uraufführung gebracht wird. Das Projekt „Nah dran!“ wird seit 2009 vom Kinder- und Jugendtheaterzentrum in Kooperation mit dem Deutschen Literaturfonds e.V durchgeführt und geht nunmehr in seine vierte Saison. Ziel ist es, die literarische Qualität der Stücke für das Kindertheater zu verbessern und Autorinnen und Autoren mit den Theatern zusammen zu bringen.
Ein Auftragshonorar von jeweils 6000 Euro erhalten drei Autorinnen und Autoren, deren Stücke sich durch poetische Kraft, dramatische Dichte und Originalität in der Stofffindung auszeichnen. Die Stücke müssen sich an ein Publikum im Alter bis zu zehn Jahren richten. Die beteiligten Theater erhalten einen Projektzuschuss von jeweils 1000 Euro.

Bewerbungsschluss ist der 01. März 2012. Eine Jury entscheidet über die Vergabe der Honorare und Zuschüsse bis zum 1. April 2012.

Die Ausschreibungsbedingungen stehen online zur Verfügung unter www.kjtz.de.

[Quelle: www.dramaturgische-gesellschaft.de]



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10
JANUAR
von Thüringer Theaterverband
am 10.01.2012

THÜRINGER PREMIERENTIPPS IM JANUAR

Wir empfehlen folgende PREMIEREN der freien Theaterszene in Thüringen:

„BOEING BOEING“ Ein Lustspiel in 3 Akten um die perfekte Zeiteinteilung
13.01.2012 / 20:00 Uhr
3K Theaterwerkstatt  / Kilianikirche – Unter der Linde 7 in Mühlhausen

Drei sind zwei zu viel. Für den smarten Bernard schlichtweg unvorstellbar, denn Liebe ist teilbar. Er ist schließlich mit gleich drei Stewardessen verlobt und hat sein Liebesleben erfolgreich nach ihren Flugplänen organisiert. Die Lust siegt über die Moral, denn was soll schon schief gehen!? Doch bald muss Bernard feststellen, dass sein Liebesreigen mehr und mehr aus den Fugen gerät.

„Fragebogen“ nach den Tagebüchern von Max Frisch
28.01.2012 / 20:00 Uhr
theater der stadt Gotha  / Perthessaal im Londoner - Justus Perthes Straße 3 in Gotha

Die Grundlage für dieses Stück bildet ein nicht dramatischer Text, der den Tagebüchern von Max Frisch entnommen ist. Der Text bildet eine Sammlung von elf Fragebögen zu verschiedenen Themen.



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05
JANUAR
von Thüringer Theaterverband
am 05.01.2012

NACHWUCHSFÖRDERPREIS DARSTELLENDE KÜNSTE

Der bundesweit ausgeschriebene Nachwuchsförderpreis wird alle zwei Jahre verliehen und dient zugleich als Forum, um junge Künstler einem breiteren Publikum vorzustellen. Mit dem 'proskenion Nachwuchsförderpreis für Darstellende Künste' zeichnet die proskenion Stiftung herausragende Leistungen junger Bühnendarsteller aus, deren künstlerische Ausbildung noch nicht abgeschlossen ist.

Der 'proskenion Nachwuchsförderpreis für Darstellende Künste' wird in drei Sparten vergeben:

  • Schauspiel
  • Gesang/Musiktheater
  • Tanz/Tanztheater

Der Preis ist mit jeweils 1.250,00 Euro dotiert.

Bewerbungsschluss: 31.03.2012. / Informationen und Bewerbungsunterlagen unter: www.proskenion.de



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05
JANUAR
von Thüringer Theaterverband
am 05.01.2012

AMTSWECHSEL IM REFERAT THEATER IM TMBWK

Abschied von Frau Jana Grützmacher. Willkommen Frau Anja Stelzer. Mit einem Referatswechsel beginnt das neue Jahr innerhalb des Thüringer Ministeriums für Bildung, Wissenschaft und Kultur.

Frau Jana Grützmacher, eine engagierte und kompetente Streiterin in Sachen der freien Theaterszene, wechselt vom Referat Theater, Musik und Breitenkultur in das Referat Kulturtourismus, Kulturwirtschaft, Thüringer Kulturpreis, Kulturportal und Geschichtsverbund. Wir möchten uns auch an dieser Stelle für die ausnehmend angenehme, konstruktive und erfolgreiche Zusammenarbeit in den vergangenen Jahren herzlich bedanken. Wir wünschen viel Erfolg im neuen Aufgabenfeld und uns natürlich eine weitere gute Zusammenarbeit an anderen gemeinsamen Schnittstellen der Kulturarbeit in Thüringen.

Gleichzeitig freuen wir uns auf die Zusammenarbeit mit Frau Anja Stelzer, welche ab sofort für alle Belange der freien Theaterarbeit, das Projektmanagerprogramm und das Programm für jugendkulturelle Mitarbeiter zur Verfügung steht. Mit Frau Anja Stelzer werden wir die erfolgreiche Zusammenarbeit mit dem TMBWK fortsetzen können und sehen in Ihr eine ebenso leidenschaftliche Partnerin für die Ansinnen des freien Theaters und der Breitenkultur in Thüringen.



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03
JANUAR
von Thüringer Theaterverband
am 03.01.2012

KULTURRAT THÜRINGEN KRITISIERT BERICHTERSTATTUNG DER ZEITUNGSGRUPPE THÜRINGEN

Die Praxis der Berichterstattung in den Tageszeitungen Thüringer Allgemeine, Thüringische Landeszeitung und Ostthüringer Zeitung über Kulturereignisse im Freistaat, insbesondere über die Theater, kritisiert der Kulturrat Thüringen ausdrücklich. Damit reagiert der Verband auf einen Brief von Steffen Mensching, Intendant des Theaters Rudolstadt.

Der Kulturrat stellt fest, dass sich die vor einiger Zeit begonnenen Umstrukturierungen innerhalb der Zeitungsgruppe Thüringen zunehmend negativ auf die Vielfalt der Medienlandschaft im Freistaat und den Meinungspluralismus auswirken. Der verstärkte Austausch von Artikeln zwischen den einzelnen Blättern TA, TLZ und OTZ führt zu einer Verarmung des kulturellen Diskurses. Da es zwischen den Redaktionen Absprachen von Terminen gibt, so dass nur noch ein Theaterkritiker zu Premieren etc. erscheint, findet ein publizistischer Wettbewerb kaum noch statt und die jeweiligen Zeitungen erlangen eine unerwünschte Monopolstellung.

Mit Sorge muss der Kulturrat konstatieren, dass die Redaktionen in ihrer Berichterstattung inzwischen stärker unterscheiden, ob sich ein Theater in den thüringischen Metropolen Erfurt, Weimar, Jena oder in den Kleinstädten befindet. Die ausgezeichnete Arbeit der kleineren Häuser wird nur noch in eingeschränktem Maß gewürdigt; das bedeutet, dass sie zunehmend aus der öffentlichen Wahrnehmung verschwinden. Die gravierenden kulturpolitischen Folgen liegen auf der Hand.

Darüber hinaus ist eine thüringenweit ausgewogene und gleichberechtigte Berichterstattung über alle Kultursparten wünschenswert und von großer Bedeutung.  Aus diesen Gründen bemüht sich der Kulturrat Thüringen um ein Gespräch mit der Zeitungsgruppe Thüringen.

Brief von Steffen Mensching, Intendant des Theaters Rudolstadt, an den Kulturrat Thüringen

Thüringen beruft sich auf den Status, Kulturland zu sein. Blickt man indessen in die Tageszeitungen des Freistaats, kommen einem Zweifel an der Ernsthaftigkeit dieses schönen Anspruchs. Die großen Printmedien TA, OTZ und TLZ haben in den letzten Monaten Veränderungen in ihrem Profil und Erscheinungsbild durchgeführt, die den Stellenwert der Kultur – entgegen allen Lippenbekenntnissen – deutlich herabstufen. Das Ressort wurde in allen drei Blättern nach hinten verschoben. Einstmals als Aufmacher der Thüringenseiten an deutlich prominenter Stelle platziert, erscheint der Kulturteil nun auf der letzten Seite, nach Rubriken wie „Land & Leute“, dem Länderspiegel, einem Ratgeber- oder Anzeigen- und Annoncenteil. Mag diese Veränderung in ihrer Wirkung noch diskussionswürdig sein, so bedeutet eine weitere Maßnahme eine klare Reduktion der Kulturberichterstattung im Land.

Mehr und mehr geht man dahin über, Artikel und Kritiken der einen Zeitung modifiziert oder unverändert in den anderen Blättern nachzudrucken. Diese Methode – die man Gleichschaltung nennen müsste, wäre das Wort nicht historisch besetzt – begann in den Online-Ausgaben und wird jetzt in den Printversionen nachgeholt. Zudem scheint die gegenwärtige Praxis dahin zu tendieren, dass Theaterkritiker künftig nur noch in jene Standorte fahren werden, die im „direkten Verbreitungsgebiet“ der jeweiligen Zeitung liegen. Man zeichnet sich also nicht mehr für die Kultur im Kulturland verantwortlich, sondern nur noch für regionale Kulturräume. Ein solches Verhalten befördert Provinzialismus, verhindert Vergleich und eine anzustrebende kulturelle Vernetzung im Land. Für die Kulturbetriebe, namentlich die Theater des Freistaats, bedeutet das, dass die Begleitung durch die Presse immer mehr an Vielfalt einbüßt und zur Einstimmigkeit tendiert.

Damit nimmt man den Theatern, als sinnliche Experimentieranstalten zur Reflexion sozialer Realität nicht nur ein wichtiges Informationsmittel, sondern auch ein notwendiges kritisches Gegenüber. Die Folge: die Kommunikation zwischen dem Publikum und den Kunstbetrieben wird eingeschränkt. Die jeweiligen regionalen Zeitungen erlangen eine Monopolstellung, die niemandem gefallen kann. Einseitige Abhängigkeiten gefährden die Kunstfreiheit und schmälern das Niveau gesellschaftlicher intellektueller Auseinandersetzung. Auch politisch ist eine solche Entwicklung gerade im Osten Deutschlands das falscheste Zeichen. Pressefreiheit fordert und fördert den Pluralismus von Meinungen. Sie bildet das Fundament einer demokratischen Gesellschaft.

Aus genannten Gründen fordern wir, das Theater Rudolstadt, den Thüringer Kulturrat auf, sich an die Verantwortlichen der Zeitungsgruppe Thüringen zu wenden, mit der dringenden Bitte, die Meinungsvielfalt der kulturellen Berichterstattung auszubauen statt aus Effizienzgründen einzugrenzen. In einem Kulturland sollten Kunst und Kultur auch für die Presse mehr als Pflichtaufgaben sein.

[Quelle: Pressemitteilung Kulturrat Thüringen / www.kulturrat-thueringen.de ]



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02
JANUAR
von Thüringer Theaterverband
am 02.01.2012

MEMORANDUM - 1. EUROPÄISCHER THEATERTAG DER TOLERANZ

Am 1.2.2012 wird das „Neue Theater Budapest“ an zwei Intendanten übergeben, die bekannte ungarische Rechtsradikale sind. Einer von ihnen war Gründer einer rechtsextremen Partei und betreibt heute noch eine Zeitschrift, in der er antisemitische, antiziganistische und rassistische Hetzschriften veröffentlicht.
Da es sich um ein subventioniertes Theater einer europäischen Hauptstadt handelt und der Oberbürgermeister im Alleingang diese Entscheidung gefällt hat, findet ein Tabubruch statt, den wir als Theatermacher nicht einfach auf uns sitzen lassen wollen. Gemeinsam mit C. Bernd Sucher und einer Reihe von Theatermachern und Schauspielern haben wir eine Initiative gestartet, die sich gegen die schleichende Akzeptanz von Faschisten im öffentlichen Leben richtet.
Ungarn ist nicht das einzige Land Europas mit starken rechtsextremen Parteien. Deshalb wollen wir dieses Ereignis zum Anlass nehmen, vor der jeweiligen Vorstellung möglichst vieler Theater in ganz Europa, folgendes Memorandum durch einen Schauspieler oder eine Schauspielerin verlesen zu lassen. Als Symbol des Zugangs zum Herzen der Menschen, sollen diese Schauspieler während der Verlesung einen Schlüssel in der Hand halten.

Memorandum

Ich verlese ein Memorandum, das heute in den meisten Theatern Europas vor der Vorstellung in der jeweiligen Landessprache verlesen wird:

Heute ist der 1.Februar 2012. An diesem Tag wurde in Budapest eines der bedeutendsten Theater der Stadt an zwei neue Intendanten übergeben, die seit vielen Jahren öffentlich rechtsradikales Gedankengut vertreten. Sie publizieren antisemitische, antiziganistische und rassistische Hetzschriften und leiten ab heute ein subventioniertes Theater einer europäischen Hauptstadt. Das ist ein Tabubruch.
Wir wollen das nicht zum Anlass nehmen, Steine nach Budapest zu werfen, sondern uns in unserem eigenen Land und in unserer unmittelbaren Umgebung für Toleranz, Vielfalt und Solidarität für die Schwächeren einzusetzen.
Wir sind bestürzt darüber, dass in vielen Europäischen Ländern politische Kräfte wirken, die Hass, Verachtung und Neid zwischen den Menschen schüren. Wir wollen mit unserer Theaterarbeit das Trennende in der Gesellschaft überwinden, Neugierde erwecken und die Sinne für gesellschaftliche Wahrheiten schärfen – für das gemeinsame Wohl aller Menschen, den Frieden und die Freiheit in Europa. Sind wir Menschen doch alle frei und gleich an Würde und Rechten geboren, sind wir doch alle Bürger einer Welt.
Heute ist der 1.Februar 2012. Begehen wir heute gemeinsam den 1. “ Europäischen Theatertag der Toleranz“.

[Quelle: IG Freie Theaterarbeit / www.freietheater.at ]



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