Home » Kulturpolitik

KULTURNEWS

16
FEBRUAR
von Thüringer Theaterverband
am 16.02.2012

KINDER- UND JUGENDARBEIT UNTER GESTALTUNGSDRUCK …

Unter dem Titel „Kinder- und Jugendarbeit unter Gestaltungsdruck. Zur Notwendigkeit, Angebote der Kinder- und Jugendarbeit zu erhalten und weiter zu entwickeln“ hat der Vorstand der Arbeitsgemeinschaft für Kinder- und Jugendhilfe – AGJ in seiner Sitzung am 24./25. November 2011 ein neues Positionspapier verabschiedet.

Kinder- und Jugendarbeit sieht sich zunehmend paradoxen Erwartungen und Anforderungen ausgesetzt. Die demographische Entwicklung führt zu einem geringer werdenden Anteil junger Menschen an der Gesamtbevölkerung, so dass diese politisch immer weniger Beachtung finden. Fachliche Angebote sowie die Interessenvertretung für diese Altersgruppe durch Kinder- und Jugendarbeit drohen deshalb ins politische Abseits zu geraten. Demgegenüber wird die nachwachsende Generation immer bedeutsamer, sie wird die Zukunftsaufgaben der Gesellschaft zu lösen haben. Deshalb steht die Ausschöpfung aller Bildungsreserven hoch im Kurs.

Das Fördern ganzheitlicher Bildung und sozialer Verantwortung, wie es aktuell auch im Zusammenhang mit der Entwicklung einer eigenständigen Jugendpolitik gefordert wird, ist aber gerade die zentrale Leistung der Kinder- und Jugendarbeit. Sie ist der einzige institutionell gesicherte und staatlich geförderte Ort, an dem Kinder und Jugendliche eigenständig gestaltbare und auslotbare Erfahrungsräume nutzen können, in denen nicht Erwachsene mit ihren Erwartungen Orientierungspunkte bilden und in denen eine Lernkultur vorherrscht, die auf Erfahrungen des alltäglichen Lebens setzt und so nachhaltige Wirkung auf Bildungsprozesse entfaltet.

ZUM POSITIONSPAPIER

[Quelle: bkj.de]



Kommentare

30
JANUAR
von Thüringer Theaterverband
am 30.01.2012

ERSTE VERÖFFENTLICHUNG ZUM APPELL DER LANDESVERBÄNDE IN THÜRINGEN

Zu Beginn des Jahres sah es noch einigermaßen gut aus bei den Finanzen für das „Theater am Markt“ (TAM), nun hat sich das Blatt gewendet und das Land verhängte eine Haushaltssperre für die Projektförderung im Kulturbereich. Zwanzig Prozent der zugesagten Zuschüsse sind vorerst eingefroren. Betroffen davon sind die gesamten Thüringer soziokulturellen Zentren, Kulturinitiativen und die freie Theaterszene. So auch das Eisenacher „Theater am Markt“. „Bleibt diese Sperre erhalten, können wir nur bis Oktober spielen. Dann wäre Schluss“, kommentiert Timo Bamberger, Leiter vom TAM, die Situation. Er hofft aber, dass das Geld doch noch ausgezahlt wird. Inzwischen forderten Thüringer Theaterverband, die Landesarbeitsgemeinschaft Spiel und Theater sowie die Landesarbeitsgemeinschaft Soziokultur Thüringen den Finanzminister Wolfgang Voß auf, die angekündigten Gespräche mit dem Kultusminister Christoph Matschie zu führen, damit die Kürzungen möglichst rasch zurückgenommen werden. … WEITERLESEN

[Quelle: Thüringer Allgemeine / 28.01.2012 von Heiko Kleinschmidt ]



Kommentare

02
JANUAR
von Thüringer Theaterverband
am 02.01.2012

MEMORANDUM - 1. EUROPÄISCHER THEATERTAG DER TOLERANZ

Am 1.2.2012 wird das „Neue Theater Budapest“ an zwei Intendanten übergeben, die bekannte ungarische Rechtsradikale sind. Einer von ihnen war Gründer einer rechtsextremen Partei und betreibt heute noch eine Zeitschrift, in der er antisemitische, antiziganistische und rassistische Hetzschriften veröffentlicht.
Da es sich um ein subventioniertes Theater einer europäischen Hauptstadt handelt und der Oberbürgermeister im Alleingang diese Entscheidung gefällt hat, findet ein Tabubruch statt, den wir als Theatermacher nicht einfach auf uns sitzen lassen wollen. Gemeinsam mit C. Bernd Sucher und einer Reihe von Theatermachern und Schauspielern haben wir eine Initiative gestartet, die sich gegen die schleichende Akzeptanz von Faschisten im öffentlichen Leben richtet.
Ungarn ist nicht das einzige Land Europas mit starken rechtsextremen Parteien. Deshalb wollen wir dieses Ereignis zum Anlass nehmen, vor der jeweiligen Vorstellung möglichst vieler Theater in ganz Europa, folgendes Memorandum durch einen Schauspieler oder eine Schauspielerin verlesen zu lassen. Als Symbol des Zugangs zum Herzen der Menschen, sollen diese Schauspieler während der Verlesung einen Schlüssel in der Hand halten.

Memorandum

Ich verlese ein Memorandum, das heute in den meisten Theatern Europas vor der Vorstellung in der jeweiligen Landessprache verlesen wird:

Heute ist der 1.Februar 2012. An diesem Tag wurde in Budapest eines der bedeutendsten Theater der Stadt an zwei neue Intendanten übergeben, die seit vielen Jahren öffentlich rechtsradikales Gedankengut vertreten. Sie publizieren antisemitische, antiziganistische und rassistische Hetzschriften und leiten ab heute ein subventioniertes Theater einer europäischen Hauptstadt. Das ist ein Tabubruch.
Wir wollen das nicht zum Anlass nehmen, Steine nach Budapest zu werfen, sondern uns in unserem eigenen Land und in unserer unmittelbaren Umgebung für Toleranz, Vielfalt und Solidarität für die Schwächeren einzusetzen.
Wir sind bestürzt darüber, dass in vielen Europäischen Ländern politische Kräfte wirken, die Hass, Verachtung und Neid zwischen den Menschen schüren. Wir wollen mit unserer Theaterarbeit das Trennende in der Gesellschaft überwinden, Neugierde erwecken und die Sinne für gesellschaftliche Wahrheiten schärfen – für das gemeinsame Wohl aller Menschen, den Frieden und die Freiheit in Europa. Sind wir Menschen doch alle frei und gleich an Würde und Rechten geboren, sind wir doch alle Bürger einer Welt.
Heute ist der 1.Februar 2012. Begehen wir heute gemeinsam den 1. “ Europäischen Theatertag der Toleranz“.

[Quelle: IG Freie Theaterarbeit / www.freietheater.at ]



Kommentare

13
MAI
von Thüringer Theaterverband
am 13.05.2011

STATISTIK FREIE THEATER 2011 - über 89.000 Gäste in 2010!

Am heutigen Tag wurden die Ergebnisse der gemeinsamen Evaluation des Thüringer Amateurtheaterverbandes und der LAG Spiel+Theater in Thüringen veröffentlicht.

Die statistische Erfassung und deren Auswertung machen zwei scheinbar widersprüchliche Aspekte der freien Theaterarbeit in Thüringen deutlich. Einerseits sind freie Theater in Thüringen und hier insbesondere die Amateur-, Kinder- und Jugendtheaterensembles außerordentlich wirkungsvoll und erfolgreich in ihrer Arbeit. Gleichzeitig und andererseits dokumentieren sich verheerende finanzielle Situationen, fundamentale existenzielle Nöte und prekäre Missstände.

Bemerkenswert ist u.a., dass mit nur 37 hauptamtlichen Mitarbeitern (nur in 10 von den erfassten 22 freien Theatern gibt es diese) ca. 1300 Veranstaltungen mit über 89.000 Besuchern erreicht werden. Hierzu ist die Unterstützung von über 900 ehrenamtlichen Aktiven erforderlich. In diesen Einrichtungen werden über 300.000 Ehrenamtsstunden im Jahr geleistet. Dies entspricht 35 Jahren Ehrenamt pro Jahr! Zusätzlich nutzen über 34.000 Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene unsere aktiven Angebote zur Teilhabe am kulturellen Schaffen (nach Nutzerfrequentierung). 26% der Kosten der Einrichtungen werden aus Eigenmitteln, d.h. aus Umsatzerlösen erzielt. Aus 10 € Förderung werden 4,11 € Eigenmittel generiert. Die Förderung pro Nutzer der Angebote und Besucher der Veranstaltungen beträgt ganze 6,57 €. 

Im Zusammenhang mit der Statistik2011 haben die Verbände deshalb ein gemeinsames Positionspapier veröffentlicht und sich offen und mit dem Wunsch nach Dialog an Öffentlichkeit, Presse und Politik gewandt. Den Interessen, Erfolgen und Nöten der Freien Theaterszene in Thüringen soll hiermit ein angemessenes Podium verschafft werden.

Statistik und Positionspapier finden sich in Ihrer vollständigen Erfassung hier:

Positionspapier + Statistik



Kommentare