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Bunbury- oder von der Notwendigkeit, Ernst zu sein BewertungBewertungBewertungBewertungBewertung (0)

Wer Spaß im Leben haben will, der braucht auch ein wenig Ernst darin.

So hält es zumindest Jack Worthing. Bei seinem verantwortungsvollen Leben als vorbildlicher Onkel, der das Leben auf dem Land zusammen halten muss, braucht er einen Ausgleich. Dafür erschafft er sich einen imaginären jüngeren Bruder namens Ernst, der in der Stadt wohnt. Da dessen Leben derart unstet und genusssüchtig ist, ist Jack leider des öfteren dazu gezwungen, in die Stadt zu fahren um seinem Bruder Ernst auf die Finger zu schauen. So muss Jack keine umständlichen Ausreden erfinden, um seinem ernsthaften Landleben zu entfliehen. Kaum in der Stadt angekommen, nimmt er die Rolle des verruchten Ernst ein und gewinnt so das Herz von Gwendolen.
Auch Jacks Freund, der Städter Algernon Moncrieff, besitzt einen ähnlichen fiktiven Freund auf dem Land, um seine zweite, vergnüglichere Existenz abzusichern. Dieser Freund namens Bunbury leidet bedauerlicherweise unter einem äußerst labilen Gesundheitszustand, so dass Algernon immer wieder kurzfristig aufs Land fahren muss, um dem Freund beizustehen. Dort schlüpft er selbst in die erfundene Rolle und bunburisiert seine Umgebung.
Als Algernon von Jacks kleinem Geheimnis namens Ernst erfährt und erkennt, dass er nicht der Einzige Bunburianer ist, reist er seinem Freund Jack bei nächster Gelegenheit aufs Land nach, denn “irgendwas muss man schließlich ernst nehmen, wenn man ein bisschen Spaß haben will im Leben”. Und so verwandelt Algernon sich dieses Mal kurzerhand in Jacks jüngeren Bruder Ernst. Spätestens jetzt folgen die Verwirrungen ihrer ganz eigenen, irren Logik und die Verwechslungen nehmen ihren Lauf. Denn als Algernon nun als Ernst das Land unsicher macht, verliebt sich Jacks Nichte sofort Hals über Kopf in ihn, denn ihr “Ideal war es immer schon, jemanden zu lieben, der Ernst heißt”. Am Ende sind zwei jungen Frauen in jemanden mit dem klangvollen Namen Ernst verliebt, zwei junge Männer unter falscher Identität verlobt und der Verwechslungswahnsinn ist nicht mehr aufzuhalten. Und letztlich durchleben alle Figuren, warum es im Leben so wichtig ist, auch mal Ernst zu sein.

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