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KULTURNEWS

Januar 2012

19
JANUAR
von Thüringer Theaterverband
am 19.01.2012

KLEINE HAUSHALTSPERRE IN THÜRINGEN = 20% WENIGER LANDESMITTEL!?

THÜRINGEN. Zwischen Weihnachten und Neujahr, als die Landespolitik wie alle Welt im Urlaub weilte, erließ der Finanzminister eine Verwaltungsvorschrift. Danach sind alle Ressorts angehalten, in diesem Jahr nur 80 Prozent ihrer im Etat eingeplanten Gelder auszugeben. Die restlichen 20 Prozent bilden die sogenannte Bewirtschaftungsreserve, die Wolfgang Voß (CDU) erst einmal einbehalten will.

Die Maßnahme, gerne auch als kleine Haushaltssperre bezeichnet, betrifft aber nur einen Teil der Ausgaben. Sie gelte nicht für "Rechtsverpflichtungen, Gelder für die Hochschulen, Kofinanzierungen von Bundes- oder EU-Programmen sowie institutionelle Zuwendungen", teilte das Ministerium auf Anfrage mit. ... WEITERLESEN [Quelle: Thüringer Allgemeine 12.01.2012 ]

... wen betrifft diese kleine Haushaltsperre letztlich? Eine verbindliche Antwort hierzu kann nur das Land Thüringen oder das Landesparlament geben. Wir können lediglich diagnostizieren, dass es folglich "die Anderen" trifft, also gilt dies u.a. auch für die Projektmittel des Landes im Bereich Breiten- und Soziokultur sowie für den Etat der Projektmittel der Freien Theater und weiterer freiwilligen Leistungen des Landes im kulturellen Bereich. Diese kleine Haushaltssperre sorgt - ob nun als vorläufige Bedrohung oder als endgültige Kürzung - für ein katastrophales Signal an das freie soziale und kulturelle Engagement in Thüringen. Die Auswirkungen auf die Arbeit der gesamten freien Theaterszene, für die Kinder- und Jugendtheaterensembles, Amateure und freie Theatergruppen ist verheerend. Die ohnehin stetige Planungsunsicherheit wird weiter verstärkt. Die zu Beginn jeden Jahres dringend auf die Fördermittelbescheide wartenden Einrichtungen, harren nun nicht allein auf die immer später eingehenden Bescheide der Kommunen sondern jetzt auch noch auf gekürzte Zuwendungen des Landes. Zu Beginn des Jahres scheint damit eine finanzielle Handungsunfähigkeit erreicht. Die dünne Finanzierungsdecke in der freien Szene wird letztlich nur noch als Hauch einer "Decke" zu verbleiben. Geplante Projekte und kontinuierliche Angebote für engagierte Kinder, Jugendliche und Bürger sind bei schwebender 20% - Kürzung nicht mehr realisierbar und massiv bedroht. ... [mb]

Kritik wird derzeit von verschiedener Seite formuliert:

Die SPD kritisiert gemeinsam mit der Opposition die 20-prozentige Bewirtschaftungsreserve für alle freien Ausgaben. Die SPD schickte ihre Fraktionsvizechefin Birgit Pelke vor, die von einem "massiven Eingriff in das Budgetrecht des Parlamentes" sprach. Es gebe "Zweifel am Politikverständnis und an der Glaubwürdigkeit des Ministers". Laut Pelke müssten als Folge bis zu fünf Frauenhäuser in Thüringen schließen, auch würden die Zuschüsse für das Studentenwerk und für die Förderung von Schülern mit Migrationshintergrund stark sinken. Zudem sei zum Beispiel die Straffälligenhilfe betroffen. [Quelle: www.spd-thl.de ]

Die Thüringer Sozialverbände sind irritiert über die so genannte Bewirtschaftungsreserve des Thüringer Finanzministeriums, nach der den einzelnen Ministerien rund 20 Prozent ihrer Ausgaben vorerst gesperrt werden sollen. „Gerade erst wurde der Haushalt für das Jahr 2012 beschlossen, nun wird die Planungssicherheit schon wieder in Frage gestellt“, sagt Ulf Grießmann, Vorsitzender der LIGA der Freien Wohlfahrtspflege in Thüringen. Die Träger sehen dabei vor allem die Arbeit der Familienberatungsstellen und Frauenhäuser gefährdet, die direkt von den Zahlungen des Landes abhängig sind. „Wenn es wirklich so kommt, haben wir nicht viele Möglichkeiten“, sagt Grießmann. „So, wie die Informationen sich heute darstellen, würde das bedeuten, dass wir die Beratungstätigkeit in Thüringen Ende September einstellen müssen.“ Als freiwillige Leistung des Landes würden sie immer wieder in Frage gestellt, führt der LIGA-Vorsitzende aus. „Das Netz der Beratungsstellen wurde in den letzten Jahren bereits massiv ausgedünnt“, sagt Grießmann. Die aktuelle Debatte um die Sperrung von Landesmitteln trage nicht dazu bei, das Angebot in Zukunft zu stabilisieren.

[Quelle: www.wohlfahrtintern.de ]

Eisner warnt vor Kürzungen bei freiwilligen sozialen Leistungen Erfurt. An Platz eins und zwei rangieren: "Frauen sollen für gleiche und gleichwertige Arbeit gleichen Lohn wie Männer bekommen" sowie "Unterstützung und Schutz von Frauen, wenn sie Opfer von Gewalt werden". Diese Prioritäten würden ganz offensichtlich von Thüringens Finanzminister Wolfgang Voß (CDU) unterlaufen, sagt Eisner, die Vorsitzende des Landesfrauenrates ist. Grund ist das Vorhaben von Voß, eine Bewirtschaftungsreserve von 20 Prozent auf nicht gesetzlich gebundene Gelder im Landeshaushalt zu verhängen. Von diesen Kürzungen seien nicht zuletzt Frauenhäuser betroffen und dort arbeiteten Frauen, die anschließend, wenn überhaupt noch, höchstens schlechter bezahlt würden. Und vor allem gehe es hier ja um Anlaufstellen für Frauen, die in Not seien und Schutz vor den Prügelattacken ihrer Männer suchten. "Sollte Herr Voß sich mit diesem Vorhaben durchsetzen können, wird das gemeinsam geknüpfte und gut funktionierende Frauennetzwerk in Thüringen reißen", sagt Eisner besorgt. ... WEITERLESEN [ Quelle: Thüringer Landeszeitung / 18.01.2012 ]

Heftige Kritik an Voß' kleiner Haushaltssperre Erfurt (dapd-lth). Die von Finanzminister Wolfgang Voß (CDU) erlassene sogenannte Bewirtschaftungsgrenze stößt auf heftige Kritik der anderen Parteien. Der Koalitionspartner SPD sprach am Mittwoch von einer Missachtung der Etathoheit des Landtags. Für die Linke ist der Vorgang 'vollkommen inakzeptabel'. Sie forderte ein Machtwort von Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht (CDU). Die Grünen werteten den Schritt als Attacke gegen die SPD-geführten Sozial- und Bildungsministerien. Voß hatte laut SPD am 28. Dezember 2011 per Erlass eine sofort wirkende Bewirtschaftungsreserve in Höhe von 20 Prozent aller ungebundenen Haushaltstitel dieses Jahres verordnet. In der Folge werden nur etwa 80 Prozent der frei verfügbaren Mittel an die Ministerien weitergereicht. [Quelle: www.ad-hoc-news.de ]



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11
JANUAR
von Thüringer Theaterverband
am 11.01.2012

AUSSCHREIBUNG: NEUE STÜCKE FÜR DAS KINDERTHEATER

NAH DRAN! Autorinnen, Autoren und Theater sind aufgefordert, sich ab sofort gemeinsam zu bewerben mit einer Stückidee, die für das professionelle Kindertheater geschrieben und zur Uraufführung gebracht wird. Das Projekt „Nah dran!“ wird seit 2009 vom Kinder- und Jugendtheaterzentrum in Kooperation mit dem Deutschen Literaturfonds e.V durchgeführt und geht nunmehr in seine vierte Saison. Ziel ist es, die literarische Qualität der Stücke für das Kindertheater zu verbessern und Autorinnen und Autoren mit den Theatern zusammen zu bringen.
Ein Auftragshonorar von jeweils 6000 Euro erhalten drei Autorinnen und Autoren, deren Stücke sich durch poetische Kraft, dramatische Dichte und Originalität in der Stofffindung auszeichnen. Die Stücke müssen sich an ein Publikum im Alter bis zu zehn Jahren richten. Die beteiligten Theater erhalten einen Projektzuschuss von jeweils 1000 Euro.

Bewerbungsschluss ist der 01. März 2012. Eine Jury entscheidet über die Vergabe der Honorare und Zuschüsse bis zum 1. April 2012.

Die Ausschreibungsbedingungen stehen online zur Verfügung unter www.kjtz.de.

[Quelle: www.dramaturgische-gesellschaft.de]



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