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KULTURPOLITIK



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MÄRZ
von Thüringer Theaterverband
am 14.03.2012
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PROFESSIONALITÄT IM AMATEURTHEATER

Berlin - Bundestreffen der Verbände im BDAT. Nach einer einführenden Rede von Norbert Radermacher, in welcher er deutlich machte, dass der BDAT das Prinzip der Inklusion verfolgt und er ebenso klar formulierte, dass der BDAT eine große Vielfalt unter seinem Dach vereinigen möchte, wurden ganz unterschiedliche Positionen zum Prinzip Professionalität im Amateurtheater in der anschließenden Debatte formuliert.

Michael Freundt, Stellvertretender Direktor des Deutschen Zentrums des Internationales Theaterinstitut (ITI), bot in einem kurzen Vortrag einen Einblick in die internationale Theaterszene und die dort erkennbaren Mischungen zwischen Amateuren und professionellen Theaterschaffenden. Diversität in der Theaterlandschaft ist auch international ein zentrales Motiv. Das Changieren zwischen den Formen, der vielfach partizipative Ansatz moderner Theaterarbeit einerseits, wie traditionelle Formen des Theaters andererseits - insbesondere in ländlich und religiös geprägten Ländern, wo das Theater auch in der Form von "Passionen" mit Laien und Profis schon immer die Mischkultur prägen - ist ein bewährtes Prinzip der freien Theaterarbeit. Nicht zuletzt wird das Theater als Transportmittel des sozialen Handelns entdeckt und kulturelle Bildung ebenso als Schnittmenge zwischen professionellen Theaterschaffenden und Amateuren manifestiert.

Die in der anschließenden offenen Diskussion vertretenen Sichtweisen innerhalb der Bundesversammlung reichen von einer gänzlichen Ablehnung von Fachkräften im Amateurtheater bis zu einer deutlichen Befürwortung der fachlichen Unterstützung in allen Bereichen der Amateurtheater, um an der fachlichen Leitung zu wachsen und in der künstlerischen Qualität zu reifen. Die intensiv geführte Debatte führte zu einem Fazit: Die Diversität der Arbeitsweisen und der Verknüpfungen im Amateurtheater sind in allen Bundesländern erkennbar aber auch zwischen diesen durchaus differenziert. Letztlich kann und soll jede Bühne, jeder Verein, jede Theatergruppe den Grad der Fachlichkeit und der professionellen Unterstützung selbst und frei bestimmen. Eine Majorität der Landesvertreter unterstrich deutlich die Vorzüge und den qualitativen Wert der professionellen Mitwirkung im Bereich des Amateurtheaters für die  künstlerische Entwicklung der Gruppen und des Einzelnen.

Das Thema wird im Bundesverband und zwischen den Bundesländern weiterhin diskutiert. Die Professionalisierung im Amateurtheater wird ebenfalls ein Leitthema in der kommenden Ausgabe der Spiel und Bühne sein, welche in den kommenden Tagen erscheinen wird.



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